Der Azubi – das (un-)bekannte Wesen
Auszubildende besser verstehen, begleiten und fördern
Warum reagieren manche Auszubildende empfindlich auf Kritik? Warum hinterfragen andere vieles oder benötigen besonders viel Rückmeldung?
Viele Ausbilder und Ausbildungsbeauftragte haben den Eindruck: Die Auszubildenden von heute sind anders als noch vor einigen Jahren. Erwartungen, Verhalten und der Umgang mit Feedback unterscheiden sich teilweise deutlich.
So entsteht im Ausbildungsalltag schnell der Eindruck eines (un-)bekannten Wesens: Reaktionen überraschen, Verhalten ist nicht immer sofort nachvollziehbar und die Frage stellt sich, wie junge Menschen bestmöglich unterstützt werden können.
Oft liegt das jedoch weniger an den Auszubildenden selbst, sondern an der Lebensphase, in der sie sich befinden, sowie an den gesellschaftlichen und familiären Rahmenbedingungen, unter denen sie aufgewachsen sind.
Wer diese Hintergründe kennt, erkennt schnell: Aus dem scheinbar unbekannten Wesen wird ein bekannter Lernender, dessen Verhalten besser nachvollziehbar wird.
Gerade vor dem Hintergrund moderner Ausbildungskonzepte wie Lernprozessbegleitung oder handlungsorientierter Ausbildung gewinnt dieses Verständnis zunehmend an Bedeutung. Der Workshop sensibilisiert dafür, Auszubildende besser zu verstehen und sie im Ausbildungsalltag individuell zu begleiten und gezielt zu fördern.
Inhalte
Beobachtungen aus dem Ausbildungsalltag
- Typische Situationen und Missverständnisse
- Unterschiedliche Erwartungen von Ausbildungsverantwortlichen und Auszubildenden
- Erfahrungen und Fragen aus der Praxis
Ursachen und Hintergründe verstehen
- Übergang von Schule und Elternhaus in die Arbeitswelt
- Entwicklungsaufgaben junger Menschen
- Einfluss von Familie, Schule, sozialem Umfeld und gesellschaftlichen Veränderungen
- Selbstbild, Werte und zunehmende Selbstständigkeit
Lernen und Motivation besser einordnen
- Selbstwertgefühl und Selbstwirksamkeit
- Motivation, Sinn und Zugehörigkeit
- Unterschiedliche Lernvoraussetzungen
- Überforderung, Unterforderung und Rückzug
Konsequenzen für die Ausbildungspraxis
- Auszubildende individuell begleiten
- Situativ führen und unterstützen
- Selbstständigkeit und Verantwortung fördern
- Die eigene Rolle zwischen Anleitung und Lernbegleitung gestalten
Verhalten von Auszubildenden wird besser nachvollziehbar
Nicht jedes Verhalten, das auf den ersten Blick unmotiviert, empfindlich oder unselbstständig wirkt, hat die Ursache, die Erwachsene zunächst vermuten.
Die Teilnehmenden setzen sich mit der Lebens- und Entwicklungsphase junger Menschen auseinander. Sie lernen, mögliche Hintergründe genauer zu betrachten und vorschnelle Bewertungen durch ein differenzierteres Verständnis zu ersetzen.
Motivation wird individuell statt nach Schema F gestaltet
Was den einen Azubi motiviert, kann beim nächsten wirkungslos bleiben. Interessen, Erfahrungen, Selbstvertrauen, Lernvoraussetzungen und persönliche Ziele unterscheiden sich teilweise erheblich.
Der Workshop zeigt, wie Ausbildungsbeauftragte genauer wahrnehmen können, was einzelne Auszubildende benötigen. So lassen sich Aufgaben, Verantwortung, Rückmeldungen und Unterstützung gezielter gestalten.
Individuelle Begleitung fördert Selbstständigkeit und Entwicklung
Auszubildende benötigen weder eine dauerhafte Rundumbetreuung noch völlige Selbstüberlassung. Entscheidend ist ein Maß an Unterstützung, das zur jeweiligen Situation und zum Entwicklungsstand passt.
Die Teilnehmenden reflektieren, wann klare Anleitung notwendig ist, wann Fragen und Denkanstöße ausreichen und wann Auszubildende bewusst eigene Erfahrungen machen sollten. So entwickeln sie sich schrittweise zu selbstständigen und verantwortungsbewussten Mitarbeitenden.
Zielgruppe
Alle, die mit Auszubildenden im Unternehmen arbeiten
Veranstaltungsort
Im Unternehmen oder einem Tagungs- bzw. Schulungszentrum
Durchführung
Tagesworkshop ca. 8 UE (bspw. 9.00 – 16.00 Uhr inkl. Pausen). Maximale Teilnehmerzahl idealerweise bei ca. 12 Personen. Die Workshops bieten wir für Unternehmen im gesamten deutschsprachigen Raum an.
Konditionen
1.750,00 EUR je Workshoptag (zzgl. MwSt. und etwaiger Anreise- und Übernachtungskosten).
Im Preis enthalten sind die Durchführung des jeweiligen Workshops sowie die Teilnehmerunterlagen. Die Bereitstellung der Schulungsräume, Medientechnik, Verpflegung etc. erfolgt durch den Auftraggeber.
Hinter dem Verhalten steckt häufig mehr als fehlende Motivation
Wenn Auszubildende wiederholt nachfragen, empfindlich auf Kritik reagieren, Aufgaben nicht eigenständig angehen oder scheinbar wenig Interesse zeigen, entstehen im Ausbildungsalltag schnell pauschale Urteile.
Doch Verhalten lässt sich selten durch eine einzige Ursache erklären. Junge Menschen befinden sich beim Einstieg in die Ausbildung in einer anspruchsvollen Übergangsphase. Sie müssen sich in einer neuen Umgebung orientieren, berufliche Erwartungen verstehen, Beziehungen aufbauen und zunehmend Verantwortung übernehmen.
Gleichzeitig bringen sie unterschiedliche Erfahrungen aus Familie, Schule und sozialem Umfeld mit. Manche treten sehr selbstbewusst auf, obwohl ihnen noch Sicherheit fehlt. Andere besitzen gute Fähigkeiten, trauen sich aber wenig zu. Wieder andere benötigen zunächst klare Strukturen, bevor sie zunehmend selbstständiger handeln können.
Auch Begriffe wie Generation Z oder Generation Alpha können helfen, gesellschaftliche Veränderungen und gemeinsame Erfahrungen einzuordnen. Sie ersetzen jedoch nicht den Blick auf den einzelnen Menschen. Kein Azubi handelt allein deshalb auf eine bestimmte Weise, weil er einer Generation zugerechnet wird.
Der Workshop unterstützt Ausbildungsbeauftragte dabei, genauer hinzuschauen: Was könnte hinter einem Verhalten stecken? Welche Erwartungen wurden ausgesprochen? Welche Unterstützung ist sinnvoll? Und an welcher Stelle darf oder muss mehr Eigenverantwortung eingefordert werden?
Aus dem vermeintlich unbekannten Wesen wird dadurch kein vollständig berechenbarer Mensch. Aber ein Auszubildender, dessen Verhalten besser verstanden und dessen Entwicklung gezielter begleitet werden kann.
Passende Ausbildungsimpulse aus der Praxis
#04 Das Eis muss dem Azubi schmecken!
Warum Motivation nicht nach dem Gießkannenprinzip funktioniert und Ausbildungsbeauftragte die Interessen, Stärken und Bedürfnisse des einzelnen Azubis berücksichtigen sollten.
#25 Internationale Ausbildung braucht Vorbereitung
Warum neben persönlichen Voraussetzungen auch Sprache, kulturelle Erfahrungen und unterschiedliche Erwartungen die Zusammenarbeit im Ausbildungsalltag beeinflussen können.
