GESPRÄCHSSITUATIONEN IN DER AUSBILDUNG –
von Schwatz bis Kritikgespräch
Ausbildung lebt vom Austausch – mit Ausbilder:innen, Ausbildungsbeauftragten, Kolleg:innen und anderen Auszubildenden. Doch nicht jede Gesprächssituation fällt leicht: Mal geht es um einen kurzen Smalltalk in der Pause, mal um eine Rückfrage zu einer Aufgabe, ein Feedbackgespräch oder ein schwieriges Kritik- und Konfliktgespräch.
Viele Azubis sind unsicher, wie sie eigene Anliegen ansprechen, auf Rückmeldungen reagieren oder sich auf ein wichtiges Gespräch vorbereiten sollen. Manche schweigen zu lange, andere reagieren spontan oder persönlich, obwohl eine sachliche Klärung möglich wäre.
In diesem praxisnahen Kommunikationsworkshop für Auszubildende und dual Studierende lernen die Teilnehmenden, unterschiedliche Gesprächssituationen im Ausbildungsalltag bewusst und sicher zu gestalten. Sie trainieren Gesprächseinstiege, klare Formulierungen, aktives Zuhören und den konstruktiven Umgang mit Feedback und Kritik.
Ziel ist es, mehr Sicherheit und Kommunikationsstärke zu entwickeln – vom lockeren Austausch bis zum anspruchsvollen Gespräch mit Ausbilder:innen, Vorgesetzten oder Kolleg:innen.
INHALTE
- Grundlagen gelungener Kommunikation
- Smalltalk und kurze Gespräche im Ausbildungsalltag
- Missverständnisse zwischen jüngeren und älteren Kolleg:innen
- Eigene Wünsche, Erwartungen und Enttäuschungen ansprechen
- Körpersprache, Stimme und Wirkung im Gespräch
- Aktiv zuhören und gezielt nachfragen
- Feedback geben und konstruktiv annehmen
- Beurteilungs- und Kritikgespräche aktiv nutzen
- Schwierige Gespräche und Konfliktgespräche vorbereiten
- Einen klaren Gesprächsablauf entwickeln
- Mit Einwänden, Kritik und emotionalen Reaktionen umgehen
- Gruppenarbeiten, Übungen und konkrete Gesprächssituationen
Was hat das Unternehmen davon?
Frühzeitige und klare Gespräche können Missverständnisse und Konflikte vermeiden
Die Auszubildenden lernen, Anliegen, Unsicherheiten und Missverständnisse früher und klarer anzusprechen. Sie bereiten Gespräche bewusster vor, formulieren ihre Sichtweise sachlich und können Rückmeldungen besser einordnen.
Dadurch lassen sich viele kleinere Probleme klären, bevor daraus unnötige Spannungen oder festgefahrene Konflikte entstehen. Gleichzeitig verbessert sich die Zusammenarbeit zwischen Auszubildenden, Ausbilder:innen, Ausbildungsbeauftragten und Kolleg:innen.
Was macht diesen Workshop besonders?
Unterschiedliche Gesprächssituationen werden konkret vorbereitet und praktisch erprobt
Der Workshop widmet sich einen ganzen Tag lang den verschiedenen Gesprächssituationen in der Ausbildung – vom kurzen Austausch und Smalltalk bis zum Feedback-, Kritik- oder Konfliktgespräch.
Im Mittelpunkt stehen keine abstrakten Kommunikationsmodelle, sondern konkrete Gesprächsabläufe, Formulierungen und Werkzeuge, die unmittelbar im Ausbildungsalltag genutzt werden können.
Viele Erfahrungen aus der Zusammenarbeit mit Auszubildenden, Ausbilder:innen und Unternehmen fließen in die Übungen und Praxisbeispiele ein.
Was schätzen Azubis an diesem Workshop?
Klare Gesprächsstrukturen geben Sicherheit bei schwierigen Themen
Viele Auszubildende vermeiden schwierige Gespräche, weil sie nicht wissen, wie sie beginnen oder ihr Anliegen formulieren sollen. Im Workshop erhalten sie einen klaren Aufbau und konkrete Formulierungshilfen, an denen sie sich orientieren können.
Der Aha-Effekt entsteht häufig, wenn sie erkennen: Auch ein Feedback-, Kritik- oder Konfliktgespräch lässt sich vorbereiten. In einer vertrauensvollen Arbeitsatmosphäre können sie unterschiedliche Situationen ausprobieren, Rückmeldungen erhalten und neue Formulierungen testen, ohne bloßgestellt zu werden.
Zielgruppe
Auszubildende und dual Studierende
Veranstaltungsort
Im Unternehmen oder einem Tagungs- bzw. Schulungszentrum
Durchführung
Tagesworkshop ca. 8 UE (bspw. 9.00 – 16.00 Uhr inkl. Pausen). Maximale Teilnehmerzahl idealerweise bei ca. 12 Personen. Die Workshops bieten wir für Unternehmen im gesamten deutschsprachigen Raum an.
Konditionen
1.500,00 EUR je Workshoptag (zzgl. MwSt. und etwaiger Anreise- und Übernachtungskosten).
Im Preis enthalten sind die Durchführung des jeweiligen Workshops sowie die Teilnehmerunterlagen. Die Bereitstellung der Schulungsräume, Medientechnik, Verpflegung etc. erfolgt durch den Auftraggeber.
Hintergründe, Studien und Praxiswissen
Warum regelmäßige Gespräche Missverständnisse früh vermeiden können
Kommunikationsprobleme entstehen in der Ausbildung häufig nicht durch einen einzelnen großen Konflikt. Oft sammeln sich kleine Unklarheiten, unausgesprochene Erwartungen oder Missverständnisse über längere Zeit an.
Eine aktuelle BIBB-Veröffentlichung zur Kommunikation im Ausbildungsprozess zeigt, dass klare Regeln, regelmäßige Einzelgespräche und gegenseitiges Feedback aus Sicht der befragten Betriebe wichtige Voraussetzungen für eine erfolgreiche Zusammenarbeit sind. Fragen können dadurch schneller geklärt, Missverständnisse vermieden und Lernfortschritte frühzeitig besprochen werden. Gerade zu Beginn neuer Ausbildungsabschnitte wird eine höhere Gesprächsfrequenz empfohlen.
Gespräche sollten deshalb nicht erst dann stattfinden, wenn bereits etwas schiefgelaufen ist. Kurze Rückfragen, regelmäßige Rückmeldungen und eine offene Gesprächsbasis helfen beiden Seiten, Probleme früh zu erkennen.
Auszubildende müssen allerdings auch lernen, solche Gesprächsmöglichkeiten aktiv zu nutzen: Fragen zu stellen, Unsicherheiten anzusprechen und Rückmeldungen nicht nur abzuwarten.
Warum Feedback keine Einbahnstraße sein sollte
Feedback wird in der Ausbildung häufig so verstanden, dass Ausbilderinnen und Ausbilder die Leistung oder das Verhalten ihrer Azubis beurteilen. Für eine gute Zusammenarbeit reicht diese einseitige Sicht jedoch nicht aus.
Das BIBB weist darauf hin, dass gegenseitige Feedbackgespräche auch Auszubildenden einen Rahmen bieten, Verbesserungsvorschläge für ihre Ausbildung einzubringen. Regelmäßiges Feedback kann fachliche Leistungen ebenso umfassen wie Teamfähigkeit, Zuverlässigkeit und das Verhalten im Arbeitsalltag.
Damit dies funktioniert, müssen Auszubildende ihre Wahrnehmung sachlich formulieren können. Statt Vorwürfen wie „Mir erklärt hier niemand etwas“ hilft beispielsweise eine konkrete Aussage:
„Bei dieser Aufgabe war mir noch nicht klar, an wen ich mich bei Rückfragen wenden kann.“
Gleichzeitig brauchen Auszubildende die Fähigkeit, Kritik anzunehmen, nachzufragen und zwischen der Rückmeldung zu ihrer Arbeit und einer persönlichen Abwertung zu unterscheiden.
Gutes Feedback bedeutet deshalb nicht, dass jede Rückmeldung angenehm sein muss. Entscheidend ist, dass sie verständlich, konkret und respektvoll ausgesprochen wird und ein Gespräch darüber möglich bleibt.
Warum Auszubildende Hemmungen haben, schwierige Themen anzusprechen
Viele Auszubildende befinden sich gegenüber Ausbilderinnen, Ausbildern und Vorgesetzten in einer ungewohnten Situation. Sie möchten einen guten Eindruck machen, ihre Ausbildung nicht gefährden und nicht als anstrengend oder ungeeignet wahrgenommen werden.
Deshalb sprechen sie Unsicherheiten, Überforderung oder Unzufriedenheit teilweise erst spät an. Hinzu kommt, dass ihnen häufig die passenden Gesprächseinstiege fehlen:
- Wie bitte ich um ein Gespräch?
- Wie spreche ich ein Problem an, ohne einen Vorwurf zu formulieren?
- Wie sage ich, dass ich eine Aufgabe noch nicht verstanden habe?
- Wie reagiere ich, wenn mein Gegenüber anderer Meinung ist?
Das BIBB betont, dass gerade zu Beginn einer Ausbildung Kommunikationshemmnisse bewusst abgebaut werden sollten. Regelmäßiger Kontakt, feste Ansprechpartner und die Ermutigung, Fragen und Schwierigkeiten offen anzusprechen, können eine vertrauensvolle Gesprächsbasis fördern.
Ein Kommunikationsworkshop ersetzt diese betriebliche Gesprächskultur nicht. Er kann Auszubildenden aber Formulierungen und Strukturen an die Hand geben, mit denen sie schwierige Themen früher und sachlicher ansprechen können.
Warum Kritik- und Konfliktgespräche vorher geübt werden sollten
In einem angespannten Gespräch gleichzeitig zuzuhören, die eigene Sichtweise zu erklären und mit Kritik oder Emotionen umzugehen, ist anspruchsvoll. Unter Druck greifen Menschen schnell auf spontane Reaktionen zurück: Sie rechtfertigen sich, werden still, reagieren gereizt oder verlieren ihr eigentliches Anliegen aus den Augen.
Gesprächsführung ist deshalb keine Fähigkeit, die allein durch theoretisches Wissen entsteht. Sie muss an realistischen Situationen geübt werden.
Im Workshop können die Teilnehmenden ausprobieren,
- wie sie ein Gespräch eröffnen,
- wie sie Beobachtungen von Bewertungen trennen,
- wie sie ihr Anliegen konkret formulieren,
- wie sie offene Fragen stellen,
- und wie sie auf Einwände oder Kritik reagieren.
Der Vorteil: Fehler haben im Übungsraum keine unmittelbaren Folgen. Die Auszubildenden erhalten Rückmeldung, können eine Formulierung verändern und dieselbe Situation noch einmal ausprobieren.
So entsteht Handlungssicherheit, bevor ein schwieriges Gespräch tatsächlich geführt werden muss.
Quelle: Bundesinstitut für Berufsbildung: Kommunikation und Interaktion im Ausbildungsprozess gestalten, BWP 3/2025
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