Holger Weber
– Bereit für die Zukunft!

Ausbildungsimpuls #24

Praktika: richtig oder gar nicht.

Ein Praktikant wird in seinem Praktikum einfach vernachlässigt

Der Sohn eines Freundes hatte lange einen klaren Traumberuf: Er wollte Land- und Baumaschinenmechatroniker werden. Dann absolvierte er dort ein Schulpraktikum.

Die Ernüchterung war groß. Ihm wurde kaum etwas gezeigt, selbst ausprobieren durfte er fast nichts und häufig saß er einfach nur da. Die Tage zogen sich. Aus dem Traumberuf wurde innerhalb kurzer Zeit eine Enttäuschung.

In der zweiten Praktikumswoche lernte er einen Elektrofachbetrieb kennen. Diesen Bereich hatte er vorher gar nicht auf dem Schirm. Dort durfte er mit auf Baustellen fahren, bekam vieles erklärt und konnte selbst Aufgaben übernehmen. Das Praktikum begeisterte ihn so sehr, dass er sich anschließend für diesen beruflichen Weg entschied.

Ein Praktikum kann also deutlich mehr sein als ein kurzer Einblick. Es kann darüber entscheiden, ob junge Menschen einen Beruf für sich entdecken oder ihn gedanklich für immer abhaken.

Natürlich gibt es auch Praktikanten, die wenig Interesse zeigen oder sich kaum einbringen. Aber es liegt nicht immer nur an ihnen. Auch die Unternehmen tragen Verantwortung für die Qualität eines Praktikums.

Deshalb mein Impuls: Bietet Praktikumsplätze nur an, wenn ihr auch die nötigen Ressourcen habt: Zeit, geeignete Aufgaben und Menschen, die etwas erklären und zeigen können - und vor allem das auch wollen!

Ein Praktikant braucht keine Dauerbespaßung. Aber er sollte erleben dürfen, wie der Beruf wirklich aussieht, Fragen stellen und möglichst viel selbst ausprobieren können.

Denn ein schlechtes Praktikum vertreibt möglicherweise einen künftigen Azubi. Ein gutes Praktikum kann einen jungen Menschen für einen Beruf begeistern, den er vorher noch gar nicht kannte. Praktika deshalb: richtig oder gar nicht.

Welche Erfahrungen machen Praktikanten in eurem Unternehmen?

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Weitere Fragen und Hintergründe finden Sie in der Ausbildungspraxis.

 
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