Ausbildungsimpuls #07
Was Azubis um den Schlaf bringt. Nicht nur das Smartphone!
Der Auszubildende kommt morgens noch schlaftrunken in die Firma. Der Ausbilder spricht seinen ersten Gedanken sofort laut aus: „Na, bis in die Nacht wieder TikTok gebinged?“ Die Antwort des Azubis ist kurz. Eher ein Gebrummel.
Sicherlich gibt es Azubis mit exzessivem Smartphonekonsum. Und ja, manchmal ist das auch ein Grund, warum sie morgens nicht richtig wach sind. Aber es ist eben nicht immer der Grund.
Etliche Azubis haben mir in Workshops schon anvertraut, dass sie nachts wach liegen, weil sie am Grübeln sind.
- War das heute okay, was ich gesagt habe?
- Habe ich die Aufgabe richtig gemacht?
- War mein Verhalten im Gespräch passend?
- Habe ich mich blamiert?
- Ist der Ausbilder jetzt sauer auf mich?
Viele Azubis sind deutlich reflektierter, als man manchmal denkt. Und das, was tagsüber in der Ausbildung passiert, nehmen manche bis in die Nacht mit.
Deshalb mein Impuls: Wenn ein Azubi müde, still oder abwesend wirkt, nicht sofort vor- und aburteilen. Lieber nachfragen. „Mir fällt auf, dass du heute sehr müde wirkst. Ist alles in Ordnung?“
Und noch wichtiger: Gebt regelmäßig Rückmeldung. Nicht nur, wenn etwas schiefläuft. Denn manchmal braucht es gar keine große Motivationsrede. Manchmal reicht ein klarer Satz: „Das heute hast du gut gemacht.“ Oder: „Beim nächsten Mal achte bitte auf diesen Punkt.“
Offene Kommunikation und kontinuierliches Feedback können verhindern, dass Azubis Dinge mit nach Hause nehmen, die man im Betrieb längst hätte klären können.
Welche Erfahrungen habt ihr damit gemacht?
Passende Workshops zum Thema:
- Nur nicht unterkriegen lassen – Wertvolle Kompetenzen in schwierigen Zeiten
- Ich für mich – Selbstfürsorge und Wohlbefinden (nicht nur) am Arbeitsplatz
